..... oder wie "ALLES" begann .....
 
 

..... unsere Zucht war überhaupt nicht geplant.
Nicht einmal ein Einzelner Gedanke
war jemals daran verschwendet worden .....

 
 
..... daher kann ich es überhaupt nicht verstehen
wie man schon von vorne herein sagen kann
"ich will züchten".
Wir wollen es keinem Ausreden.
Das maßen wir uns überhaupt nicht an.
Aber wir appellieren an Sie das wenn
Sie züchten möchten Sie sich
das sehr gut überlegen und Sie sich wenigstens
vorab mal informieren ob das wirklich überhaupt
was für Sie ist und was alles auf Sie zu kommt.
 
 
Aber mal von Anfang an.
 
Immer öfters bekommen wir Anrufe
das man von uns einen Hund will und züchten möchte.
 Ehrlich ?! Wir finden das echt furchtbar.
Man hat noch nicht einmal einen Hund,
weiß teilweise noch nicht einmal
ob es die richtige Rasse für einen ist,
aber man weiß schon das man züchten möchte.
Es wurde sich auch noch überhaupt nicht
vorher informiert wie eine Zucht denn funktioniert.
Was Züchten überhaupt heißt.
Sieht man denn nur man verdient Geld?
Den Zahn muss ich jedem aber gleich wieder ziehen.
Denn Zucht ist mit sehr viel Geldinvestitionen,
sehr viel Zeitaufwand Tag und Nacht, Wochenende, Feiertage,
Schweiß, Stress, auch mit Ärger
und auch mal mit vielen Rückschlägen verbunden.
Das "Alles" ist mit keinem Geld aufzuwiegen
und auch niemals bezahlbar.
Da bleibt kein Geld hängen.
Es gibt nicht einmal einen Stundenlohn von 1 Euro
Oder wir machen etwas falsch .
Ich erklär das für mich immer so:
Andere gehen Tennis spielen oder ähnliches
und kriegen kein Geld dafür
sondern müssen dafür bezahlen:
Und wir züchten eben Hunde.
Das Einzigste was wir verdienen ist:
die unendliche Liebe unserer Hunde und Welpen.
Und das ist für uns sowieso unbezahlbar
 
 
Die Zucht hat auch nicht nur Zuckerseiten und süße Welpen.
Im Gegenteil:
Wir haben schon sehr viel erlebt
was wir uns nie vorgestellt hatten und auch nie daran dachten.
Und ich denke wir hatten bisher dennoch
 sehr viel Glück in unserer Zucht gehabt.
Ich kenne Züchter die noch sehr viel mehr erleben mussten.
Damit muss man erst einmal klar kommen.
 
 
Aber wenn man schon züchten möchte dann sind wir
der Meinung das man dies wenigstens im VDH tun sollte.
Denn Welpen mit Ahnentafeln anderer Vereine
die nicht weltweit geschützt sind oder gar Hunde
ohne Ahnentafeln gibt es wie Sand am Meer.
Und die landen auch am schnellsten im Tierheim.
 
 
Und vor Allem sind die Elterntiere solcher Hunde
nicht oder kaum auf Rassetypische Krankheiten untersucht
und wenn man da nicht aufpasst
wird Ihr Liebling nicht einmal 2 Jahre alt.
Wollen Sie das ?!
Ist das Ihre Vorstellung von Zucht ?!
 
 
Wie gesagt.
Wir hatten keinerlei Gedanken an eine Zucht !!!
 
 
Wir kamen zur Zucht wie die Mutter zum Kind.
 
Wir wollten zu unserem Familienglück einen Hund
und kauften uns eine Hündin.
Leider gab es keinen Rüden mehr in dem Wurf
sonst hätten wir nie eine Hündin gekauft.
Aber unvernünftig wie man oft ist
wollten wir nicht länger warten.

Dennoch musste ich auch erst eine Nacht darüber schlafen.
Hätte mein Mann damals nicht genervt
wäre die Hündin bei uns nie eingezogen.
Aber wir waren dann alle happy.
Und wie es bei uns Menschen leider oft ist
wünscht man sich immer eine Tochter und einen Sohn.
So war es dann bei uns mit Hündin und Rüde.
So bekam ich zu meiner damals 6 Monate jungen Hündin
einen 4 Monate jungen Rüden dazu.
Als die Hündin 8 Monate jung war wurde sie zum 1. läufig.
Da mein Rüde gerade mal 6 Monate jung war
machte ich mir noch keine Gedanken
das da überhaupt schon etwas passieren könnte.
Selbst Gassi gehen ging trotz Läufigkeit super und problemlos.
Also über was denn nachdenken.
 
 

Bei meiner Gassistrecke kreuzte ein Radweg.
Natürlich wie es leider oft im Leben ist genau dann
wenn man es nicht brauchen kann
kommt es immer anders als man es will.
So kam ein Radfahrer angefahren der den Radweg verloren hatte.
Er sah mich und hielt neben mir an und fragte mich
wo er weiter fahren müsste um den Weg wieder zu finden.
Während ich ihm den Weg zurück erklärte
schrie plötzlich mein Hund auf.
Ich dachte oh Gott was ist jetzt passiert.
Da sah ich das mein 6 Monate junger Rüde
auf meiner 8 Monate jungen Hündin fest hing.
Damit hätte ich niemals gerechnet.

 
 

Ich war so geschockt das ich mir nicht getraute
auf dem Weg wo jeder vorbei läuft stehen zu bleiben
und zu erklären was meine Hunde da gerade taten.
Zumal ich es in dem Moment selbst nicht wußte.

 
 

 Also trug ich mit Tränen in den Augen
meine aneinander hängenden Hunde über einen Weg
von 1 KM nach Hause.
Zuhause setzte ich die Beiden erst einmal im Flur ab.
Dort standen sie und hingen noch gute 20 min. lang.
Ich war völlig fertig.

 
 

In meiner Panik rief ich zuerst meinen Mann im Geschäft an.
Aber klar was will er nun machen.
Nachdem ich ihm die Ohren voll heulte legte ich einfach auf
und rief dann den nächst findenden Tierarzt an.
Dieser sagte mir dann ich solle mich beruhigen,
die Beiden wären noch so jung, er glaube eher nicht
das da schon was passiert wäre
und deshalb müsste man auch nicht abspritzen.

 
 

So regte ich mich wieder ab.
Alles war dann nach ein paar Tagen wieder gut.
Es vergingen ein paar Wochen und man merkte
der Hündin auch nix an.
Ich machte mir dann auch keine Gedanken mehr daran.

 
 

Bis wir am 19.12.1995 richtig gemütlich auf der Couch
im Wohnzimmer saßen und Fern guckten.
Als dann unsere Hündin zu uns auf die Couch kam
und wild hechelte machten wir uns auch noch keine Gedanken.
Wir dachten es ist ihr evtl. zu warm oder sie muss evtl. Gassi.

 
 

 Doch als sie mich dann plötzlich anquietschte,
einen lauten Schrei los lies und dann etwas von der Couch flog
und unter unsere damalige Anbauwand rutschte, die 5cm Luft
zum Boden hatte, und plötzlich ein anderes quietschen
neben uns auf der Couch zu hören war und alles rot war,
fanden wir das gar nicht mehr lustig.
Eine riesig lange Blutspur verlief durch unser Wohnzimmer
direkt zur und unter die Wohnwand.
Wir waren so was von geschockt das wir zuerst
gar nicht wussten wo wir hinfassen sollten.
Unsere Hündin schleckte indessen mit ihren 10 Monaten
einen Welpen der einfach so plötzlich neben uns
mit ihr auf der Couch lag.
Mein Mann versuchte mit einer Fliegenklatsche die Nachgeburt
die unter die Anbauwand rutschte hervor zu angeln.
Ich versuchte inzwischen ganz aufgeregt um 10 Uhr abends
meinen Tierarzt anzurufen.
Als ich diesen erreichte hatte ich den am Telefon
wohl so wuschig gemacht das er meinte ich solle
meinem Mann den Hörer geben.
Er hatte mich wohl nicht wirklich verstanden.
Unser Tierarzt sagte zu meinem Mann
"geben sie ihrer Frau einen Schnaps"
damit sie ruhiger wird.
In der Zwischenzeit kam Baby Nr. 2.
Auch problemlos von ganz alleine
und natürlich auch auf der Couch.
Nun hatten wir 2 Welpen und nix vorbereitet
oder hygienisch gemacht oder, oder, oder.
Wir waren total überfordert, überrascht, geschockt
und völlig hilflos.
Unser Tierarzt kam noch in der Nacht
und schaute sich unsere 2 Babys an.
Alles sah super aus und allen 2 und 4 Beinern ging es gut.
 Nur mir nicht wirklich.
Ich konnte meine Gedanken gar nicht sortieren.

 
 
Da unsere Hunde Ahnentafeln hatten rief ich
am nächsten Tag dann mal die umliegenden Vereine an
und fragte mich durch was man denn
so alles machen müsste um Ahnentafeln zu bekommen.
Ich hatte doch keine Ahnung.
Ich dachte das kann ja nicht so schwer sein.
Man belehrte mich aber mit sehr vielen Info`s
das dem nicht so war. Das war ganz schön viel Input
über das was man doch alles zu beachten und
zu erfüllen hat und was für Untersuchungen nötig sind.
Diese Untersuchungen holten wir alle schnellst möglich nach.
 
 
Gott sei Dank hatten wir Glück mit unseren Hunden
denn durch die Ahnentafeln hatten unsere Elterntiere
schon sehr viel Vorarbeit geleistet.
So traten wir natürlich sofort in einen Verein ein.
Nach der üblichen Warte und Widerspruchszeit waren wir
dann Mitglied und bekamen die Möglichkeit Ahnentafeln
für unsere 2 Welpen zu bekommen.
Dafür mussten nun die ganzen Untersuchungen
der Eltern gemacht werden.
Was soll ich sagen. Der Einstieg war sehr sehr
holprig und auch wirklich sehr sehr kostspielig.
Das hatten wir uns so nicht gedacht.
Und da wir das Pferd falsch aufgezäumt hatten
war es ein sehr langer und steiniger und komplizierter
und vor allem nerviger und teurer Weg.
Und das für 2 Welpen.
Hätten wir dieses Ausmaß vorab gesehen,
ich weiß nicht ob wir diesen Weg gegangen wären.
Denn an einen weiteren Wurf damit sich das alles
gelohnt hat hatten wir zu diesem Zeitpunkt auch nicht gedacht.
 
 
Wir wollen hier keinem eine Zucht ausreden.
Wir züchten sehr sehr gerne.
Das dies einmal unser Weg werden würde
damit hatten wir niemals gerechnet.
Aber Sie sehen.
Es empfiehlt sich wirklich sich erst zu informieren
und dann Step by Step zu machen.
 
 
Aber ich hatte auch Glück im Unglück.
Denn durch unsere Welpen kam heraus
das meine Kindheit schon immer mit Welpen zu tun hatte.
Es wurde mir wohl in die Wiege gelegt.
Denn mein Opa hat als ich noch mini mini war
auch gezüchtet. Er züchtete Altdeutsche Schäferhunde.
 Ich war verwundert was mir plötzlich
alles aus meiner Kindheit klar und begreiflich wurde.
 
 
Ich dachte immer er hätte einfach immer nur viele Hunde gehabt.
Denn ich bin mit ihm immer sehr viel
bei den Hunden gewesen.
Leider damals wie gewohnt im Zwinger.
Aber ich habe die Hunde in sehr guter,
verspielter und sehr gut sozialisierter Art in Erinnerung.
 
 
   Hätte er mir nicht so viel Mut zugesprochen
wäre ich heute glaub kein Züchter.
 
 

Unser erster Wurf überhaupt wurde
wie gesagt am 19.12.1995
in unserem ersten Häuschen geboren.
Wie alle Welpen wurden sie nie ohne
unser Beisein und bis auf 2 Ausnahmen
immer in unserem Wohnzimmer geboren.

 
 

In all´ den Jahren die wir schon züchten
leben wir immer für und vor allem mit unseren Hunden
aber
niemals von unseren Hunden.
Würden wir das tun wären nicht nur wir
längst verhungert sondern auch unsere Hunde.

 

 
Wir finden man sollte sich bewußt sein
das man:

- kein Geld mit einer Zucht verdient
und somit auch nicht reich wird.
- immer zuerst in Vorleistung gehen muss.
 - nicht immer alle Welpen gleich vergeben hat
und bereits mit 9 Wochen ausziehen.
- nicht immer eine problemlose Welpenzeit hat.
- oft sehr sehr wenig bis kaum schlaf in der Welpenzeit hat.
Vor allem wenn man evtl. einen Welpen peppeln muss.
 - leider auch mal mit dem Tod eines Welpen
zurecht kommen muss. Was mir bis heute noch immer
sehr sehr schwer fällt und mich oft weit zurück wirft.
- sehr viele Waschmaschinenladungen, viel Wasser,
viel Strom, sehr viel Zewa, weit mehr Futter,
verschiedene altersbedingte Sorten Futter,
Welpenmilch, Wurmmittel, evtl. Medikamente,
oder gar einen Kaiserschnitt
der leicht mal 1000 bis 1300 Euro kostet usw. benötigt.
- alle Welpen altersgerecht impfen lassen muss.
- man auch mal entscheiden muss
einen Welpen gehen lassen zu müssen.
- sich bei einer Zucht auch im Klaren sein muss
das viele Familien öfters einen weiten Anfahrtsweg haben
und dadurch nur am Wochenende kommen können.

 

Aber das aller aller Wichtigste
was ich für eine ( für meine ) Zucht finde ist:

 

das alles was man ( ich ) in ( m ) einer Zucht tut
es mit seinem ganzen Herzen macht.
Und das vom Anfang bis zum Ende.
Ohne Kompromisse.
Immer zum Wohl der Hunde und immer
mit Leib und Seele und vollem Engagement .

 
 
Zucht ist mehr als ein Geschäft.
Es ist eine Berufung.

 

 
Alles Gute auf Ihrem Weg
 
 


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